Was macht den GLEDOPTO WLED Controller besonders?
Der Kern des GLEDOPTO WLED Controllers ist seine Fähigkeit, adressierbare LEDs seriell zu steuern. Im Gegensatz zu analogen Systemen, bei denen alle LEDs eines Streifens gleichzeitig reagieren, kannst Du hier jede einzelne LED (jedes Pixel) individuell ansprechen. Dadurch werden Effekte möglich wie Lauflichter, Farbverläufe (z. B. Regenbogen), musikreaktive Animationen oder komplett eigene Muster.
Der Controller basiert auf dem ESP32-Chip, der für stabile WLAN-Verbindungen und geringen Stromverbrauch bekannt ist. Darauf läuft die WLED-Firmware, eine Open-Source-Software speziell für LED-Steuerung. Du bekommst eine Weboberfläche, eine App, MQTT-Unterstützung, Home-Assistant-Integration, Segmentsteuerung (z. B. mehrere unabhängige Zonen auf einem Strip) und zahlreiche Automatisierungsfunktionen. Damit eignet sich der Controller sowohl für Bastler als auch für anspruchsvollere Setups.
Unterstützte LED-Chips und Protokolle
Der GLEDOPTO WLED Controller ist mit einer Vielzahl gängiger digitaler Pixel-LED-Chips kompatibel. Diese nutzen serielle Protokolle über eine Datenleitung oder über Data + Clock. Zu den wichtigsten gehören:
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WS2811
12-V-Pixelstreifen, bei denen jeweils drei LEDs eine adressierbare Einheit bilden. Gut geeignet für längere Strecken mit geringerer Auflösung. -
WS2812B
Der klassische 5-V-Pixelstandard („NeoPixel“). Jede LED ist einzeln adressierbar, sehr verbreitet im DIY-Bereich. -
SK6812
Ähnlich zum WS2812B, häufig auch als RGBW-Variante mit besserem Weißkanal. -
WS2813 / WS2815
Weiterentwicklungen mit Backup-Datenleitung (WS2813) bzw. 12-V-Betrieb (WS2815), deutlich robuster für größere Installationen. -
APA102 / WS2801 / LPD8806
SPI-basierte Chips mit Clock-Leitung, höheren Bildwiederholraten und besserem Timing. -
Weitere unterstützte Typen
Zum Beispiel SM16703, WS2814A, TM1814 – abhängig von Firmware-Version und Konfiguration.
Grundsätzlich gilt: Alle digitalen Pixel-Protokolle mit Data- oder Clock/Data-Leitung lassen sich mit WLED sauber ansteuern, solange der LED-Typ korrekt konfiguriert ist.
Was nicht unterstützt wird: Analoge LED-Streifen
Ein häufiger Irrtum: Der Controller kann keine analogen LED-Streifen direkt steuern.
Analoge RGB- oder RGBW-Streifen (z. B. SMD 3528 oder 5050) besitzen keine Pixel-Chips. Alle LEDs reagieren gleichzeitig und benötigen pro Farbkanal ein PWM-Signal, das über MOSFETs verstärkt wird.
Der GLEDOPTO WLED Controller hat keine integrierten PWM-Leistungsausgänge für analoge Kanäle. Zwar kann WLED theoretisch analoge Strips ansteuern, aber nur mit externer MOSFET-Hardware. Ohne zusätzliche Schaltungen funktioniert das nicht. Der Controller ist klar auf digitale, adressierbare Pixel-LEDs ausgelegt – und genau dafür ist er auch richtig gut.
Spannungsflexibilität: 5 V, 12 V und 24 V – mit klaren Regeln
Der Controller unterstützt 5 V, 12 V und 24 V Eingangsspannung, ist dabei aber kein Spannungswandler. Die Eingangsspannung wird direkt an den LED-Strip durchgereicht. Der ESP32 selbst wird intern separat geregelt.
Das heißt für Dich:
- 5 V Eingang → nur 5 V-LEDs (z. B. WS2812B, SK6812)
- 12 V Eingang → nur 12 V-LEDs (z. B. WS2811, WS2815)
- 24 V Eingang → nur 24 V-Pixelstreifen
❌ Keine automatische Spannungserkennung
❌ Kein Step-Up / Step-Down
❌ Falsche Spannung = LEDs sofort defekt
Die Spannung des Netzteils muss immer exakt zum LED-Typ passen.
Das 15-Ampere-Limit: Was es wirklich bedeutet
Der Controller ist mit einer 15-A-Sicherung ausgestattet. Dieses Limit betrifft ausschließlich die Stromversorgung der LEDs, nicht das Datensignal.
Maximale Leistung (theoretisch):
| Spannung | Strom | Leistung |
|---|---|---|
| 5 V | 15 A | 75 W |
| 12 V | 15 A | 180 W |
| 24 V | 15 A | 360 W |
Für den Dauerbetrieb solltest Du maximal 70–80 % davon einplanen, um Steckklemmen, Leiterbahnen und Kabel nicht unnötig zu belasten.
Wichtig:
Du kannst zusätzliche Stromeinspeisungen direkt am LED-Strip setzen. Das umgeht das 15-A-Limit des Controllers – das Datensignal bleibt davon unberührt.
Realistische LED-Strip-Längen aus der Praxis
Herstellerangaben sind oft optimistisch. In der Realität entscheiden Stromverbrauch, Spannungsabfall und LED-Dichte.
5-V-LED-Strips (WS2812B, SK6812)
- ca. 60 mA pro LED bei Weiß
- 60 LEDs/m → ~3,6 A pro Meter
- 15 A → theoretisch ~4 m
In der Praxis:
- sichtbarer Spannungsabfall ab 2–3 m
- mehrere Einspeisungen Pflicht
- Datenleitung max. ~5 m ohne Pegelwandler
12-V-LED-Strips (WS2811, WS2815)
- ca. 0,8–1,5 A pro Meter
- deutlich stabilere Spannung
Praxisnah:
- 10–15 m pro Controller problemlos
- weniger Wärme
- deutlich entspannter Aufbau
24-V-Pixel-Strips
- sehr geringer Strom
- große Distanzen möglich
Realistisch:
- 20 m und mehr ohne nennenswerten Spannungsabfall
- Datenleitung wird eher zum limitierenden Faktor
Strom vs. Datenleitung
- Strom darf mehrfach eingespeist werden
- Datenleitung muss durchgehend seriell bleiben
Best Practice:
- Datenleitung nur vom Controller zum ersten Pixel
- Strom zusätzlich am Anfang, in der Mitte und am Ende
- bei langen Strecken: Pegelwandler oder Repeater
Vorteile auf einen Blick
- WLAN-Steuerung ohne Hub
- Sehr breite Chip-Unterstützung
- Viele Effekte, Segmente und Automatisierung
- Gute Integration in Smart-Home-Systeme
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile und Grenzen
- Keine analogen LED-Strips ohne Zusatzhardware
- Planung bei Strom und Einspeisung nötig
- Keine Spannungswandlung
- Bei großen Installationen zusätzlicher Aufwand
Fazit
Der GLEDOPTO WLED Controller ist eine starke Wahl, wenn Du adressierbare Pixel-LEDs flexibel und günstig steuern willst. Mit Unterstützung für Chips wie WS2812B oder WS2815, WLAN-Anbindung und der mächtigen WLED-Firmware bekommst Du ein extrem vielseitiges Werkzeug für smarte Lichtprojekte. Du musst Dir aber der Grenzen bewusst sein: Analoge Streifen fallen raus, und bei 5 V-Systemen ist saubere Stromplanung Pflicht. Wenn Du diese Punkte beachtest, bekommst Du ein zuverlässiges und sehr leistungsfähiges Setup.
Wenn Du willst, rechne ich Dir im nächsten Schritt ein konkretes Beispiel durch (z. B. 10 m WS2815) oder vergleiche den Controller mit Athom, QuinLED oder DIY-ESP32-Boards.
