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Philips Hue Essential A60 (White & Color, E27, 8 W, 2200–6500 K, 806 lm): smart – aber als Lichtquelle eher enttäuschend

Die Hue Essential A60 ist so eine Birne, die man schnell mitnimmt, weil sie auf dem Papier einfach alles verspricht: zig Farben, App-Steuerung, Alexa, Google, Zeitpläne, Zigbee – und das klappt meistens wirklich super. Aber nach ein paar Wochen merkt man: Smart ist sie richtig gut – als echte Lichtquelle für den Alltag aber ziemlich enttäuschend.

Hier geht’s nicht um „kann die jetzt auch lila leuchten“, sondern um die Sachen, die man erst nach einer Weile richtig spürt: Das Licht wirkt oft irgendwie künstlich, Farben kommen nicht richtig rüber und bei Video oder längerer Arbeit nervt es teilweise.

Was man eigentlich erwartet – und was man wirklich kriegt

Auf der Packung klingt alles top:

  • ganz normale A60-Form, E27-Sockel
  • ca. 806 Lumen (also so 60-Watt-Glühbirnen-Feeling)
  • 2200–6500 K + alle Farben
  • nur 8 Watt

Man denkt: „Perfekte Alltags-Smartbirne!“ Realität ist eher:

  • super für Stimmung, indirektes Licht, bunte Effekte
  • spitze für Automationen und smarte Szenen
  • aber ziemlich mau, wenn man wirklich gutes Licht zum Arbeiten, Lesen oder Filmen braucht

CRI ≥80 – klingt okay, fühlt sich aber meistens billig an

Philips schreibt bei den Essential-Modellen meist CRI ≥80. Das ist jetzt kein Geheimtipp mehr: 80 ist nicht „gut“, das ist eher die untere Grenze, damit der Hersteller überhaupt noch „gute Farbwiedergabe“ schreiben darf.

Was das im echten Leben bedeutet, sieht man schnell:

  • Farben wirken flach und blass
  • Rot (besonders sattes Rot) kommt meistens viel zu schwach rüber
  • Haut sieht schnell grau oder kränklich aus
  • Essen (Steak, Tomaten, Obst) wirkt irgendwie unappetitlich
  • Holz und warme Töne bekommen schnell diesen kalten Plastik-Look

Man kennt das Gefühl: Es ist hell – aber schön ist was anderes.

Bei RGB-Lampen wie dieser wird weißes Licht meist nicht durch eine richtig gute Weiß-LED erzeugt, sondern durch Mischung der Farbkanäle. Bei den günstigeren Modellen spart man da gerne an der spektralen Qualität – und das merkt man.

Neben einer richtig guten CRI-95+-Lampe fällt der Unterschied sofort auf: Die eine wirkt lebendig und natürlich, die andere… na ja… „geht so“.

Flimmern (PWM) – das Thema, das viele unterschätzen

Das zweite Ding ist das Flimmern (technisch: Pulsweitenmodulation = PWM). Die LED wird super schnell ein- und ausgeschaltet, um die Helligkeit zu regeln.

Kurz gesagt: Bei den meisten Smart-RGB-Lampen ist PWM drin. Die Frequenz liegt oft bei ca. 1000 Hz – fürs bloße Auge meist okay, aber nicht perfekt.

Probleme entstehen vor allem, wenn man:

  1. filmt / streamt → Rolling-Shutter-Streifen, Flackern in der Aufnahme, besonders bei Zeitlupe oder bestimmten Framerates
  2. empfindlich darauf reagiert → manche kriegen nach 1–2 Stunden Kopfschmerzen, Augenbrennen oder werden unruhig (vor allem beim Lesen oder langen Arbeiten am Screen)

Das ist keine Esoterik – das ist einfach Physik + individuelle Wahrnehmung. Und ja: Gerade abends, wenn man gedimmt und warmes Licht hat, wird das Flimmern bei vielen Lampen spürbarer.

Der ehrliche Eindruck nach ein paar Monaten

Ohne Messgerät bleibt am Ende dieses Bauchgefühl:

  • Das Licht ist hell, aber irgendwie „künstlich“
  • Weiß wirkt je nach Einstellung mal grünlich, mal rosa oder einfach nur leblos
  • Als Arbeitslicht? Geht kurz, aber man will nicht stundenlang darunter sitzen
  • Bunte Farbeffekte? Mega cool – aber das ist halt Effekt, kein vernünftiges Licht

Kurz: Die Essential ist eine super smarte Spielerei – aber keine Lampe, die man für gutes Licht kauft.

Wofür sie richtig gut ist (und wofür eher nicht)

Top geeignet für:

  • indirektes Licht (hinterm Fernseher, im Regal, in der Ecke)
  • gemütliche Abende, warmes Licht, Szenen
  • Party- und Farbeffekte
  • smarte Automationen (kommen nach Hause, Wecker-Simulation etc.)

Eher schlecht geeignet für:

  • Schreibtisch / Homeoffice
  • Leselampe neben dem Bett
  • Werkstatt / Basteln / Präzisionsarbeit
  • Video-Calls, Streaming, Fotografie
  • alles, wo Farbtreue und flimmerarmes Licht wirklich zählen

Wenn du viel vor der Kamera sitzt oder konzentriert arbeitest – das ist einfach die falsche Preisklasse.

Wie man’s trotzdem clever macht (ohne alles wegzuschmeißen)

Du musst Hue nicht komplett abschreiben – einfach die Rollen klar verteilen:

  • Hue Essential für Stimmung, indirekt, Farbe, Spaß
  • für den Schreibtisch / Arbeitsplatz eine separate, richtig gute Weißlicht-Lampe (CRI 90–95+, flickerarm oder DC-Dimmung)
  • für Kamera / Streaming eine kleine dedizierte Videoleuchte (Bi-Color, hoher CRI/TLCI)

Am Ende kommst du meist sogar günstiger weg, als wenn du versuchst, eine RGB-Birne zum Studio-Licht zu zwingen.

Kurzfassung – Fazit

Die Philips Hue Essential A60 ist:

  • Smart → echt stark
  • Lichtqualität → bestenfalls Mittelmaß
  • Farben → kommen flach rüber (CRI ~80 reicht halt nicht)
  • Flimmern → Thema, besonders bei Kamera und langen Sessions
  • Gesamteindruck → „hell ja, aber irgendwie nicht richtig schön“

Willst du vor allem Stimmung und smarte Spielereien? Dann zugreifen. Willst du gutes, angenehmes, farbtreues Licht? Dann lieber weiterschauen.

Was denkst du – hast du die Essential schon ausprobiert und das gleiche gemerkt?